Die Kapbiene Apis mellifera capensis Cape Honey Bee

Kategorie: Die Dunkle Biene Apis mellifera mellifera Veröffentlicht am Samstag, 04. Dezember 2010 Drucken E-Mail

Die Kapbiene

Apis mellifera capensis

Englisch: The Cape Honey Bee

Die interessanteste Biene lässt sich an der äußersten Südspitze Afrikas vorfinden. Obwohl das Kap-Gebiet zur warmtemperierten Klimazone gezählt wird, weist die verwandtschaftliche Beziehung der Dunklen Kap-Biene eindeutig nach den Tropen. Äußerlich der Scutellata recht ähnlich, hat sie doch völlig andere Eigenschaften als diese. Neben ihrer relativen Sanftmut unterscheidet sie auch die geringere Brutlust von der Scutellata. Am interessantesten ist jedoch ihre Fähigkeit, aus (unbefruchteten) Arbeiterinnen-Eiern weibliche Bienen und sogar wiederum vollwertige Königinnen aufzuziehen. Werden Kap- Völker in Europa aufgestellt, kommt es sogar vor, dass Kap- Arbeiterinnen in Völker europäischer Herkunft eindringen, dort die Königin töten, um anschließend selber mit der Eiablage zu beginnen und die Völker so umzumodeln.

Die Kapbiene vom Kap der Guten Hoffnung im äußersten Süden von Südafrika ist eine typische Afrika-Biene, ausgestattet mit einigen wertvollen Eigenschaften: sie ist sanftmütig, robust, wenig schwarmlustig und vor allem: varroaresistent! Varroaresistent vor allem deshalb, da die Entwicklung zur Kapbiene nur 18 statt 21 Tage dauert. In Mitteleuropa ist sie nicht winterfest, d. h. es bedarf einiger "Tricks", sie über den Winter zu bringen. Dies gelingt entweder nur im frostfreien Flugraum, oder im Huckepackverfahren mit europäischen Völkern.

Eigenschaften

Die Capensis zeigt (wie alle afrikanischen Unterarten) ein rasantes, fast fliegenähnliches, hektisches Flugverhalten, ganz anders als unsere Europabienen. Auch die Bewegungen auf Blüten und auf den Waben ist schneller und behender. Anders als die benachbarte Scutellata (bekannt geworden als afrikanisierte Biene in Südamerika) ist die Kapbiene mit einer relativen Sanftmut ausgestattet; es ist durchaus möglich, die Völker ohne Schutz zu bearbeiten. Kommt es allerdings zu einem Stich, dann werden die Bienen sofort alarmiert, und es muss dann mit weiteren Stichen gerechnet werden. Zwei weitere Eigenschaften unterscheiden die Kapbiene noch von allen anderen Honigbienenrassen: die Arbeiterin der Kapbiene ist in der Lage, Eier zu legen, und auch aus unbefruchteten Eiern können weibliche Bienen hervorgehen. Dies nennt man Parthenogenesis. So ist es möglich, dass auch ein hoffnungslos weiselloses Volk über Eier legende Arbeiterinnen wieder weiselrichtig wird. Dies wurde früher als eine Anpassung an das rauhe Klima am Kap gesehen, in dem viele Königinnen auf ihrem Hochzeitsflug verloren gehen. Heute ist es jedoch klar, dass sich die Kapbiene nur aufgrund dieses biologischen "Tricks" von der benachbarten, aggressiven und äußerst vitalen Südostafrikanischen Hochlandbiene Apis mellifera scutellata, der Mörderbiene, abgrenzen kann. Ohne Parthenogenesis wäre die Kapbiene schon längst von der Scutellata verdrängt bzw. vernichtet, da es keine geografischen Barrieren zwischen beiden Subspezies gibt.

Herkunft und Verbreitung

Interessant ist im Übrigen das natürliche Verbreitungsgebiet der Capensis: sein Zentrum liegt in der Kapregion, der Fynbos um Kapstadt, Cape Town, Südafrika, und es dehnt sich bis zur Karoo-Wüste im Norden und nach Port Elizabeth im Osten aus. In diesem Gebiet liegen Gebirgszüge, und es bleibt nach wie vor offen, ob hier möglicherweise frostresistente Stämme der Kapbiene vorkommen.

Das Äußere

Äußerlich ähnelt die Capensis der Scutellata, obwohl die Bienen grundsätzlich dunkler sind. Manche Völker können sogar als einheitlich dunkel bezeichnet werden, andere dagegen sind wiederum mit braunen Farbzeichen versehen. Letztendlich kann man die beiden Unterarten nur anhand zweier Merkmale eindeutig voneinander trennen: nämlich an der Zahl der Eischläuche der Arbeiterinnen und der Größe ihrer Samenblasen.

Möglicherweise spielt die Kapbiene noch eine große Rolle in der zukünftigen Bienenzüchtung wegen ihrer Varroaresistenz.

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