Die Sizilianische Biene

Apis mellifera sicula

Italienisch: l'ape nera sicula

Auch die Dunkle Sizilianische Biene ist heute gut erforscht. Sie ist wie unsere Dunkle Biene vom Aussterben bedroht.

Nicht nur in ihrer Heimat Sizilien sind seit Jahrzehnten Zuchtbestrebungen in Gange, sondern auch im Ausland interessiert man sich für diese Biene. Die ersten Zuchtarbeiten legte in den 1950er und 1960er Jahren der italienische Imkermeister Mariano Alber vor. Er war ein guter Kenner der Sicula und hat den Grundstein für die Sicula-Zucht schon damals gelegt. Einer seiner engsten Imkerfreunde war der Kieler Imkermeister Fritz Baumgarten, der in den 1970-er Jahren Zuchtmaterial von Alber aus Sizilien erhielt und diese Biene jahrelang auf seinen Bienenständen in Kiel hielt. Heute wird die Zucht der Sicula auf Sizilien vorangetrieben. Auch das Institut für Bienenzucht in Bremen unterstützt den Erhalt der Sicula.

Seltsamerweise kommt auf Sizilien nicht die Italienische Biene Apis mellifera ligustica vor; diese reicht nur bis nach Kalabrien. Kalabrien und Sizilien sind durch die 3 km breite "Straße von Messina", einer Meerenge, voneinander getrennt. Die Sicula ist trotz der geographischen Nähe nicht mit der Ligustica verwandt, sondern viel näher mit der geographisch entfernteren, durch das Mittelmeer getrennten Intermissa. Wie ist dies möglich? Nun, während der Eiszeit lag der Meeresspiegel um einiges tiefer als heute; zwischen Sizilien und Nordafrika bestand damals somit eine direkte Landverbindung. Die damaligen Bienen Nordafrikas haben auf diesem Wege somit auch Sizilien bevölkert, und nach dem Anstieg der Meere wurde die Bienenpopulation Siziliens isoliert; die beste Voraussetzung für das Entstehen einer eigenständigen Unterart. Alle Untersuchungen belegen, dass die nächste Verwandte der Sicula die Tellbiene ist, von der sie sich in nur wenigen Eigenschaften unterscheidet.

Das Klima Siziliens ist typisch mediterran, das heißt auf milde, feuchte Winter folgt ein kurzes blühendes Frühjahr. Der Sommer ist heiß und trocken, oft dürre und ohne Niederschläge. Erst im Herbst beginnen die Winterregen, und mit ihnen eine zweite Blühperiode. Ähnlich wie die Intermissa besitzt die Sicula zwei Brutgipfel im Jahresablauf: einen im Frühling, den anderen im Herbst. Auch andere Eigenschaften teilt sie mit der Intermissa: es werden sehr viele Weiselzellen angesetzt; der erste Vorschwarm geht erst ab, wenn bereits die ersten Königinnen geschlüpft sind; oftmals werden zwei Königinnen gleichzeitig im Volk beobachtet. Ähnlich groß ist die Vitalität wie bei allen Dunklen Bienen: aus nur einer Handvoll Bienen wird im nächsten Jahr ein großes Volk. Im Gegensatz zur Intermissa ist die Sicula etwas größer, sie hat einen niedrigeren Kubitalindex und ist etwas heller im äußeren Erscheinungsbild. Bezüglich der Verhaltenseigenschaften unterscheidet sich die Sicula von der Tellbiene vor allem in der Fähigkeit, überwintern zu können. Versuche in Norddeutschland haben dies belegt, obwohl die Zucht der Sicula hier nach einigen Jahren wieder aufgegeben wurde. Eine weitere sehr nahe verwandte Unterart der Sicula und der Intermissa ist die Biene von Malta.

Heute findet die Reinerhaltungszucht der Sicula auf den kleinen benachbarten liparischen Inseln Alicudi, Filicudi und Vulcano statt. Der Imker und Züchter Carlo Amodeo mit seinen rund 1.500 Völkern der Sicula leistet hier wertvolle Erhaltungsarbeit.

Aufgrund der Biologie der Sicula (Brutrythmus, höhere Brutnesttemperatur etc) wird ihr nachgesagt, mit der Varroa besser zurecht zu kommen als andere europäische Bienen.

Links zu aktiven Züchtern der Sicula auf Sizilien finden Sie hier:

http://www.amodeocarlo.com/

http://www.apesicula.it/

Video von der Sizilianischen Biene:

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