Die Primorskibiene

Varroaresistente Bienen?

Eine weitere Neuerscheinung am Zuchthorizont der Imker stellt die Primorski-Biene (auch: Primorskij oder Primorsky Biene) dar, die derzeit ebenfalls als Varroaresistent eingestuft wird. "Entdeckt" wurde diese Biene im Jahre 1993 von Prof. Thomas Rinderer, einem hochrangigen US-amerikanischen Forscher und Züchter, in Ostsibirien, in der "Primorski-Region". Die Zucht der Primorskibiene wird heutzutage hauptsächlich in den USA vorangetrieben; dort wird sie als Russian Bee bezeichnet. Initialisiert von Prof. Rinderer vom Agricultural Research Service des United States Department of Agriculture wird die Russian Bee in den USA aufgrund ihrer Varroafestigkeit heute von fast allen großen Königinnenzüchtern angeboten. Sie scheint die bisher verbreitete Italiener Biene und auch die Buckfast zu verdrängen. In den USA wird wenig Wert gelegt auf "Rassereinheit" oder genetische Herkunft der Bienen. Von daher ist auch der problemlose Umschwung auf neue Bienen zu erklären. Wird dies auch der Weg in Deutschland und Europa sein?

Auf der Seite von "Naturlandimker" war zu lesen: "In der Primorski-Region an der ost-sibirischen Pazifikküste (Hauptstadt: Wladiwostok) kommt die westliche Honigbiene Apis mellifera nicht natürlich vor, wohl aber die östliche Honigbiene A. cerana, der natürliche Wirt der Varroa-Milbe. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Siedler aus dem europäischen Teil des Russischen Reichs, vor allem aus der Ukraine. Diese brachten Bienenvölker mit, die vermutlich bereits nach kurzer Zeit mit Varroa-Milben aus benachbarten Cerana-Völkern in Kontakt kamen. Nachgewiesen wurde die Varroa in dieser Region allerdings erst 1952. Es kann also davon ausgegangen werden, daß hier eine natürliche Langzeit-Selektion auf Varroaresistenz stattgefunden hat, da während des größten Teils dieser Zeit keine Behandlungen gegen Varroa stattgefunden haben."

Genetisch handelt es sich bei der Primorski-Biene um Nachfahren der Ukrainischen Biene, Apis mellifera macedonica, somit einer Unterform der Balkanbiene. Möglicherweise, und diese Annahme ist sehr wahrscheinlich, kamen im Laufe des über 100-jährigen Werdegangs der Biene weitere Elemtente der Caucasica und der Dunklen Biene hinzu.

Desweiteren war auf der besagten Seite zu lesen: "Aufgrund der vielversprechenden Verhältnisse wurde von der Arbeitsgruppe um Tom Rinderer 1994 beschlossen, diese Bienenherkunft auf mögliche Varroaresistenz zu testen und - bei positivem Ergebnis - diesen Stamm in die USA zu importieren und an die Imkerschaft zu verteilen. Tom Rinderer und Gary Delatte fuhren nach Primorski und konnten dort den Leiter der Entomologie-Abteilung des Biologie-Instituts Viktor Kuznetsov als Mitarbeiter gewinnen. Erste Untersuchungen ergaben einen generell niedrigen Varroa-Befall in diesen Völkern. Im Juni 1995 wurde in der Nähe von Wladiwostok ein Teststand mit 50 Völkern eingerichtet und die Völker mit Königinnen beweiselt, die von 12 Imkern aus 5 Distrikten stammten. Durch Brutwaben-Tausch wurden die Völker in Volksstärke und Varroabefall ausgeglichen. Fortan wurde der Varroabefall monatlich gemessen, sowohl auf den erwachsenen Bienen als auch in der Brut. ... Besonders auffällig war der sehr niedrige Befall der Arbeiterbrut bei den russischen Völkern, auch bei höherem Befall der erwachsenen Bienen. Durch sehr strikte Importverbote sowohl in den USA als auch in Rußland war es zunächst nicht möglich, beide Bienen-Herkünfte am selben Ort zu prüfen."

Soweit Zitate aus Übersetzung aus der Anfangszeit der Primorski-Züchtung. Mittlerweile haben sich offensichtlich die Vermutungen zur Varroaresistenz bestätigt, so dass davon ausgegagen werden kann, dass das Zuchtprojekt fortgesetzt wird.

Joomla templates by a4joomla