Bienen halten in der Trogbeute - Trugstade - ul leżakowy

Kategorie: Die Dunkle Biene Apis mellifera mellifera Veröffentlicht am Samstag, 22. Januar 2011 Drucken E-Mail

Imkern mit Bienen in der Trogbeute

Eine Alternative zur Magazinbeute

Wie wir auf der vorigen Seite gesehen haben, ist die Magazinbeute für die allermeisten von uns die einzige wirklich empfehlenswerte Beutenform. Mit ihr lässt sich auf bewährte, einfache und bienengerechte Art jede Betriebsweise durchführen. Hinzu kommt, dass die Magazinbeute weltweit millionenfach erprobt und ausgereift ist, von daher sollten Sie bewusst auf die Magazinbeute zusteuern!

Die Trogbeute

Wer dennoch eine Alternative zum Magazin sucht, zum Beispiel wegen Rückenproblemen, sollte sich nach einem anderen bienen- und imkergerechten System umsehen. In Frage kommt hier die so genannte Trogbeute, ein Beutensystem, das in Deutschland schon fast in Vergessenheit geraten ist bzw. nie richtig Erfolg gehabt hat. Einzig die sogenannte "Schleswig-Holsteinische Wanderbeute" war bis in die 1970-er Jahre in Norddeutschland häufiger anzutreffen; da sie aber zum Wandern zu schwer war, verschwand sie recht bald wieder von den Bienenständen. Bei unseren Nachbarn in Dänemark oder auch in Osteuropa ist dies aber schon ganz anders: hier werden heute noch Trogbeuten hergestellt und erfolgreich eingesetzt.

Auch die Golz-Beute ist eine Trogbeute, ebenso wie die "Einraumbeute" der anthroposophisch orientierten "Alternativimker".

Der Name Trogbeute rührt daher, dass sich (in der Regel) sämtliche Rähmchen in einem Raum befinden, sozusagen auf einer Ebene, im Trog also. Die Behandlung erfolgt wie beim Magazin von oben, mit dem Unterschied, dass man beim Öffnen der Beute alle Waben in einem Raum vor sich hat. Es entfällt bei den Trogbeuten also das Schleppen von schweren Magazin-Zargen. Bei manchen Trogbeuten ist es allerdings möglich, über dem Brutraum noch einen kleinen Honigraum aufzusetzen.

Die Dänische Trogbeute - dänisch: Trugstade

Foto 1: www.bihold.dk, Trogbeuten im DN-Maß!
Foto 2: www.aastrup-biavlerforening.dk
Foto 3 und 4: www.bihuset.dk (Produzent)
Foto 5: www.soroehonning.dk
Foto 6: www.bier.mono.net (Produzent)
Foto 7: www.helleogkajshave.dk

Die Dänische Trogbeute ist in Skandinavien nach wie vor weit verbreitet. Auf unseren häufigen (Imker-) Reisen in das nachbarliche Dänemark haben wir sie kennen gelernt. Dänemark grenzt an Schleswig-Holstein, hier leben freundliche Menschen in hübschen Städtchen und romantischen Dörfern. Dänemark gilt in vielerlei Hinsicht als Vorbild für so manche Dinge, die wir in Deutschland besser machen könnten. Und: obwohl Dänemark viel Ähnlichkeit mit Schleswig-Holstein hat, so mussten wir doch die Erfahrung machen, dass dies für die Bienenzucht gar nicht gilt: in Dänemark hält man schon seit 100 Jahren die gelbe Ligustica-Biene, hier Gule Bi genannt. Und häufig trifft man als Imker auf Bienenstände mit den romantischen Trogbeuten, die die dänischen Freunde "Trugstader" nennen.

Auf Stelzen stehend und mit einem spitzen Dach versehen sieht sie ganz hübsch aus. Sie vermittelt durch ihr Aussehen noch etwas von der Romantik in der Bienenhaltung. Und auf der Rückseite der Beute lässt sich durch das Öffnen einer Tür das Bienenvolk durch eine Glasscheibe beobachten, ohne dass das Volk geöffnet zu werden braucht.

Schöner Film über die Trogbeute: Klicken Sie hier.

In der Dänischen Trogbeute befinden sich im Brutraum die 18 Waben im Querbau, auch Warmbau genannt. Das Rähmchenmaß ist in der Regel das "12x10"-Maß (326 x 282 mm außen ohne Trageohren), es ist also kürzer und höher als das Normalmaß, was sich günstiger auf das Bienenvolk in einer "Einraumbeute" auswirkt. Manchmal wird auch das Normalmaß oder das Norwegische Maß verwendet. Auf das Brutnest lassen sich auf Wunsch 1 oder 2 Honigräume mit je 8 Waben aufsetzen. Das ganze verschwindet dann unter einem formschönen Spitzdach. Bei Abnahme der Honigräume ist somit auch eine Fütterung bequem möglich.

Die Dunkle Biene fühlt sich in diesen Beuten sehr wohl, doch auch mit anderen Bienen, sogar mit der brutfreudigen Ligustica, lässt sich in diesen Beuten gut arbeiten. Dänische Beuten sind erhältlich bei www.bihuset.dk und auch bei Firma Swienty (siehe Anzeigenblock), sie werden üblicherweise im Bausatz geliefert, man muss sie dann nur noch zusammenschrauben. Das spart Transportkosten. Weitere Hersteller: http://www.biavlscenter-vejen.dk/1705270 und http://www.bier.mono.net/.

Polnische Trogbeuten - polnisch: ul leżakowy

Fotos aus:
www.pszczelipark.pl
www.sulkowski.com.pl
www.lyson.com.pl

Auch in Polen sowie in ganz Osteuropa ist die Trogbeute noch sehr verbreitet, vielleicht sogar die am häufigsten verwendete Beute, und zwar in den verschiedensten Ausführungen und Rähmchenmaßen. Wie auch bei den dänischen Trogbeuten befindet sich der komlpette Brutraum in einer Ebene, im Trog, und oftmals besteht die Möglichkeit, einen Honigraum mit Ganzrähmchen oder Halbrähmchen aufzusetzen. Je nachdem, auf welcher Seite der Beute sich das Flugloch befindet, finden wir hier Warm- oder Kaltbau vor; die Rähmchen befinden sich also längs oder quer zum Flugloch.

Die Polen sind ein herzliches, gastfreundliches aber auch eigenwilliges Völkchen, so nimmt es nicht Wunder, dass fast jeder Hersteller seine eigene Beutenform entwickelt hat. Es fehlt hier etwas an Vereinheitlichung, an Normierung. Hinzu kommen noch all die verschiedenen Eigenbauten, so dass man schnell den Überblick verlieren kann. Hübsch sind die Beuten aber allemal, und die Bienen fühlen sich in ihnen wohl. Und: die Beuten sind aufgrund der geringen Produktionskosten sehr günstig.

Es lassen sich hauptsächlich fünf verschiedene Rähmchenmaße bei der polnischen Trogbeute entdecken, wobei die ersten vier bei weitem die häufigsten darstellen:

  • Dadant (435 x 300 mm ohne Trägerleiste)
  • das "Wielkopolski-Maß" (360 x 260 mm o. T.), 4 cm höher als das Deutsch Normalmaß
  • das "Warszawski-Maß"  (240 x 435 mm o. T.), also eine schmale Hochwabe
  • das "verbreiterte Warszawski-Maß" (300 x 435 mm o. T.) also eine hochgestellte Dadantwabe
  • das "Ostrowski-Maß" (360 x 230 mm o. T.), knapp höher als das Deutsch Normalmaß

Traditionell befanden sich die Waben in den polnische Trogbeuten im Querbau, neuerdings aber finden wir bei den neueren Modellen eher die bevorzugte Kaltbaustellung. Ganz besonders interessant finden wir die Trogbeute in dem hochgestellten Dadant-Maß ("warszawski poszerzany") mit bis zu 22 Waben im Brutraum und der Möglichkeit eines Honigraumaufsatzes. In dieser Beute hat auch das stärkste Volk genügend Platz. Doch auch das Dadant-Maß (liegend) und das Wielkopolski-Maß sind für diese Beuten nicht uninteressant.

Hier finden Sie Hersteller der interessanten polnischen Trogbeuten:

Wie wir sehen, gibt es auch für das Magazin gute Alternativen. Wir brauchen das Rad nicht neu zu erfinden, sondern wir können auf Alt-Bewährtes zurückgreifen. Berichten Sie uns über Ihre Erfahrungen, oder Fragen Sie uns per Email. Wir freuen uns darauf.

Sehen Sie einen schönen Film über die polnische Trogbeute:

Zugriffe: 29754