Mellifera-F1-Bienen

Kategorie: Die Dunkle Biene Apis mellifera mellifera Veröffentlicht am Sonntag, 13. Februar 2011 Drucken E-Mail

Mellifera-F1-Bienen

Die erste Nachzuchtgeneration der Dunklen Biene

Viele Imkerfreunde, denen es gelungen ist, eine reine Dunkle Königin zu beziehen, werden von ihr mit Sicherheit auch Königinnen nachziehen wollen. In Ermangelung von Belegstellen in Deutschland für die Dunkle Biene und von Besamungsstationen werden diese Nachzuchtköniginnen in der Regel von den Drohnen der Nachbarimker begattet. Da wir auf diese Drohnen keinen Einfluss haben, kommt es zwangsläufig zu Kreuzungen mit anderen Unterarten und Linien der Bienen, die nicht der Dunklen Biene angehören. Zumeist sind dies Drohnen, die der Carnica, der Buckfast und der von diesen geprägten Landbiene angehören. Diese standbegatteten Königinnen bringen somit F1-Arbeiterinnen hervor, die nur von ihrer Mutter genetische Anteile der Mellifera in sich tragen, von ihren Vätern aber Carnica- und Buckfast-Anteile.

Schon äußerlich lässt sich dies auf Anhieb erkennen: je nach Herkunft der Väter werden Mellifera-F1-Bienen in ihrem äußeren Erscheinungsbild "grau" oder auch gelb; sie tragen also graue Filzbinden und zeigen manchmal auch gelbe Ringe. Der Einfluss fremder Gene lässt sich also schon auf Anhieb am Flugloch beobachten.

Ehrlicherweise können wir daher bei diesen Bienen nicht mehr von einer Dunklen Biene sprechen, lediglich die Drohnen dieser Völker sind reine Dunkle Drohnen, weil Drohnen ja keinen Vater haben und somit das Erbgut nur von ihrer (reinen) Mutter in sich tragen. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern natürlich auch die Verhaltenseigenschaften dieser Kreuzungsbienen weichen von denen der reinen Mellifera ab: in der Regel werden die Völker brutlustiger, stärker in der Frühjahrsentwicklung, oft auch nimmt der Schwarmtrieb zu.

Mellifera-F1-Bienen sind äußerst robuste und fleißige Bienen mit allen positiven Eigenschaften der reinen Dunklen Biene. Mit ihr lässt sich genauso gut imkern und viel Honig ernten. Allerdings, für eine weitere Nachzucht sollten diese Völker nicht mehr verwendet werden, da mit jeder weiteren Generation der Mellifera-Einfluss abnimmt und eine starke genetische Aufspaltung der Nachkommen auftritt.

Die Erfahrung hat uns aber auch folgendes gelehrt: auch auf einem kleinen Bienenstand mit vielleicht 10 Völkern und einer ganz massiven Drohnenaufzucht (4 Drohnenwaben pro Volk) können wir beobachten, dass Nachzuchtköniginnen auf diesem Bienenstand zu einem hohen Prozentsatz von Dunklen Drohnen begattet werden. Es ist tatsächlich möglich, bei einer Zuchtserie von beispielsweise 25 Königinnen nach der Paarung 5 Königinnen zu finden, die zu fast 100% reinbegattet wurden. Durch diese Möglichkeit ist es auch Kleinimkern möglich, zu teilweiser Reinpaarung zu gelangen. Wichtig ist natürlich die  massenhafte Drohnenaufzucht in allen Völkern der Dunklen Biene.

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